Steffens Seramis Seite

 

Jeder hat mich schon einmal etwas zu Seramis gefragt, und sich gewundert, warum ich so gut Bescheid weiß. Nun, wahrscheinlich weil ich inzwischen alle meine Pflanzen auf Seramis umgestellt habe. Die Gründe dafür sind einfach: Ich war die ewigliche Umtopferei leid, die Probleme mit dem Dreck, den oft teuren Substraten, dem Gießen einfach der ganzen Erdkultur. So habe ich Anfans ein bissl mit Hydrokultur experimentiert, leider auch nicht gerade erfolgreich. Es wachsen halt nicht alle Pflanzen darinnen, jdenfalls nicht in der Form, wie man diese zu kaufen bekommt. Nun bot sich Seramis an, neu am Markt und mit einem riesigen Werbeaufwand present. Auch meine Frau, damals noch meine Freundin, drängte mich, Seramis auszuprobieren.

Als Fan für Citruspflanzen hatte ich natürlich bedenken, dann zum ersten Mal schien sich meine Kultur einzupendeln, und problemlos zu laufen. So wollte ich nicht unbedingt etwas neues probieren. Gut, ich nahm Kontakt zu Seramis auf, wo man mir sehr aufmerksam und hilfreich gegenüberstand. Ein großes Lob an diese Firma, die es verstand geduldig und absolut kompetent meine Bedenken zu zerstreuen. Ich bekam zunächst eine Info-Broschüre zugeschickt, auch ein Datenblatt der Gartenbau Hochschule Weihenstephan welche Seramis im Vergleich zu Terraponics, Hydrokultur und normaler Torfsubstratkultur erprobt hatte. Mit großen Erfolgen, wie zu lesen war. Auch weitere Fragen zu Dünger, Granulat und System erhilet ich nun eine Kopie eines Seramissystembeschreibungs-Hefters, der eigentlich keine Frage offen ließ und mich dazu brachte, auch die Citruspflanzen in Seramis einzutopfen. Mit Erfolg. So stehen heute alle Pflanzen in Seramis, und ich möchte einfach mal erklären, warum ich glaube, so einen Erfolg mit Seramis zu haben.

Das Seramis System besteht aus dem Granulat, welches es in verschiedenen Packungsgrößen zu kaufen gibt, aus den Gießanzeigern, welche in zwei Größen erhältlich sind und dem Dünger, der in zwei Dosierungen (Blühpflanzen/Grünpflanzen) zu haben ist.

Das Seramis Granulat Das Seramis Korn in
Nahaufnahme

Das Seramiskorn besteht aus gebranntem Ton und saugt wie ein Schwamm Wasser auf. Der Ton wird angemischt und dann mit Luft aufgeschäumt, so daß sich eine Unzahl von Poren in allen Größen im Ton bilden. Der Ton wird nun in Form von kleinen Röhren gebrannt und dann zu einer einheitlichen Krongröße gebrochen.

Sehr gut ist auf dem Bild so ein Korn mit seinen Poren zu sehen. Diese Poren simulieren die natürlichen Poren, die ein herkömmliches Substrat normalerweise zwischen seinen kleinen Substratbestandteilen bildet.

Aus diesen Poren entnimmt die Pflanze das Wasser, so daß die Hohlräume zwischen den Körnern als Luftführung einen extrem günstigen Einfluß auf das Wurzelwachstum haben. Die Luftführung und Luftversorgung im Substrat ist damit ständig gewährleistet, wie auch eine Erwärmung des Substrates sehr rasch erfolgt.

Das Seramis System Das Seramis System im
Schnitt

Die Pflanzen werden mitsamt Erdballen in Seramis getopft, was aber bei einigen Pflanzen große Probleme macht, weil dann riesige Töpfe nötig wären. Denn die Pflanze sollte in einem Topf steten, das etwa zwei Drittel Seramis auf ein Drittel Wurzelballen kommen. Hat man nun schon einen 1 Liter Kübel zu müsste man einen mindestens 3 Liter großen Kübel aufstellen, was so gut wie unmöglich ist. Abhilfe schafft es, die Pflanze vom Erdballen zu befreien. Vorsichtig mit warmen Wasser abspülen oder mit einem Stöckchen die Erde rauspuhlen. Dann kann, wenn der Erdballen genug verkleinert ist, die Pflanze in einen wasserdichten Kübel gleicher Größe gestellt werden,. Sprich habe ich eine Pflanze gekauft im 1 Liter Topf, dann topfe ich nach der Behandlung auch wieder in einen 1 Liter Topf.

Den Dünger beschreibe ich mal nicht näher, aber er ist eigentlich für Wasser mit pH-Werten von 6,5 bis 7,0 ausgelegt, doch ich benutze diesen auch im Leitungswasser von meinem zu Hause, was einen Wert von pH 8,2 hat. Keine Probleme damit. Nur sollte man den Dünger nicht höher dosieren, als Seramis es empfiehlt. Seramis hat wie Hydrokultur keine Möglichkeit Salze zu puffern, sprich das Substrat nimmt dne pH-Wert des Gießwassers an, so daß auch hohe Salzkonzentrationen sofort an die Pflanze abgegeben werden. Ein zu starker Dünger kann die Wurzel also sofort schädigen, und daß sogar im gesamten Ballen. Daher die Konzentration einhalten und auch wenns teurer ist lieber das passende Spezialdüngerprodukt erwerben, es ist zudem in einer absolut günstigen Mischung zu erstehen, auch für Citruspflanzen. Es enthält zudem alle wichtigen Spurennährstoffe, so das ein extra Eisen- oder åÐSonst-was-spurendüngerÌÚ entfällt.

Zudem kann man mit dem Dosierkopf sehr gut den Dünger auf einen Liter Wasser dosieren, was ein Vorteil ist. Vorsichtig muß man mit dem Granulatdünger sein, den man rasch überkonzentrienren kann, indem man zuviel nimmt. Dann lieber flüssig düngen, oder weniger Dünger-Granulat verwenden, bevor Schäden entstehen.

Blaue Anzeige
nicht gießen
Rote Anzeige
gießen

Die Gießanzeiger zeigen nicht an, wieviel gegossen werden muß, sondern nur wann. Wenn der Gießanzeiger blau ist, oder blaue Flecken hat, muß nicht gegossen werden.

Erst wenn der Gießanzeiger in seinem Anzeigefeld komplett rot geworden ist, wird gegossen. Viele Leute tendieren aber dazu zu Übergießen!!!

Das ist der sichere Tod einer Pflanze in Seramis, da sich am Topfboden das überschüssige Wasser sammelt und so zu Wiurzelschäden führt. Bevor ein Topf bepflanzt wird, sollte daher der Topf ausgelitert werden. Das heißt man füllt den Topf mit Wasser und ermittelt die so das Volumen. Diese Menge teilt man durch Vier und erhält die maximale Gießmenge.

Seramis hat leider dem Benutzer zwar ein komplettes System zur Verfügung gestellt, aber kein Pflegewerkzeug, so daß eine Gießkanne mit ml-Skala auf einem Schauglas leider fehlt, damit man einfach und sicher die nötige Gießmenge auf seine Töpfe geben kann. Man kann ja mal versuchen 250 ml mittels einer handelüblichen Gießkanne abzugeben. Entweder ist es zu wenig, oder aber viel zu viel.

- Daher vermerke ich mir die maximale Gießmenge auf dem Topf, weiß als wieviel Wasser jeder Topf bekommen muß.

Das ist der erste Trick: Mit einem Meßbecher die Gießmenge exakt zu dosieren

Tja, und hat man doch übergossen stellt sich die Frage: Wie bekomme ich nun das Wasser aus dem Topf heraus? Bei Hydrokultur ist es einfach, da nimmt man den Innentopf heraus und schüttet das Wasser im Übertopf einfach aus, aber bei Seramis gibt es so etwas nicht. Naja, nach einigem Sinnen kam ich auch hier auf eine Patentlösung:

Man verwendet nur noch Kunststofftöpfe. Diese Töpfe bekommen knapp über dem Boden ein Loch im Durchmesser von 5,2 mm. Einfach mit einem Handbohrer und einem guten Metallbohrer in der besagten Größe durchbohren. Das Loch etwas entgraten und nun ein Innengewinde M6 in das Loch schneiden. Das geht ebenfalls mit einem dafür typischen Werkzeug recht rasch. Nun schneidet man eine Kunststoffschraube Gewinde M6 auf das Maß 15 mm ab und versieht diese mit einer passenden Unterlegscheibe. Aus einem Einmachgummi schneidet man eine passende Dichtung und zieht diese über die Schraube auf die Unterlegscheibe. Diese Schraube dreht man nun in das Loch im Topf, so daß der Gummi dicht am Topf anliegt und von der Unterlegscheibe sauber angepasst wird. Der Topf ist damit wieder dicht.

Hat man nun einmal zuviel gegossen, so entfernt man die Schraube, was das zuviel an Wasser ablaufen läßt. Danach kann der Topf wieder sicher verschlossen werden.

Ein absolutes Patent für alle Seramisnutzer.

Zudem kann man so Kübelpflanzen ebenfalls in Seramis einstellen. Große Kunststoffkübel sind zudem oft günstiger als teure Keramikkübel, halten länger und können mit so einer åÐÖlablaßschraubeÌÚ versehen werden. Große Kübel, die komplett den Sommer im Freien verbringen sollte man auf Füßchen stellen und mit mehr als einer Schraube versehen. Diese werden bei Aussenkultur entfernt, so daß Regenwasser sicher ablaufen kann, und dichten den Topf wieder sicher ab, wenn die Pflanzen drinnen den Winter eingeräumt verbringt.

Der Gießanzeiger wird mit einem Plastikbecher, der oben ein paar Löcher bekommt abgedekt, damit dieser durch Regen, Wind und andere missliche Dinge nicht beschädigt wird. Der Becher kann zur Feuchtekontroll angehoben werden. Die Löcher sind für die Belüftung notwendig.

Auch Balkonkästen können so mit Seramis bepflanzt werden, ohne das Pflanzen darin åÐersaufenÌÚ.

Das ist der zweite Trick: Die Ölablaßschraube im Topf.

Tja, und ganz zum Schluß: Wenn man nun so eine Schraube im Topf hat, dann sollte man auch etwas Hydroblähton davor anhäufeln, damit das Seramis nicht ausgeschwemmt wird.

Das ist der dritte Trick: Die Wiederbefüllung der Düngerflaschen mit HaKaPhos Nährsalz.

Tja, man kommt nicht umhin. sparen ist angesagter den je. So kommt der Seramis Dünger recht teuer, auch wenn er gut ist, zu teuer mit der Zeit.
So habe ich mir überlegt, wie man das am Besten ändert. In der Regel kann man jeden Dünger nehmen, wenn man diesen ca. 5-fach verdünnt. Nun enthalten viele Dünger leider große Mengen Harnstoff, in Form meist Carbamid-Stickstoff, welches Seramis nicht gut umsetzen kann. Es kann dann zu Harnstoffverbrennungen an Citrusblättern kommen. Daher sollte ein Harnstoff-freier Dünger benutzt werden. HaKaPhos Nährsalze der Firma Compo sind hier sehr gut geeignet. Sehr gut geeignet sind folgende Nährsalze:


Diese Nährsalze sind in Agrar- und Gartenbaubedarfmärkten in 25 Kilo Säcken verfügbar. HaKaPhos Gartenprofi dann auch als 5 Kilo Eimer, dies zum Teil dann auch im Gartenfachhandel oder Gartencenter. Achtung: Nicht HaKaPhos Blütenprofi benutzen!
Die Salze lassen sich in trocknen Räumen verschlossen lange und gut lagern.
HaKaPhos wird normalerweise mit 3 ml auf einen Liter Gießwasser dosiert. Für Seramis sollte man es 5-fach verdünnen, so daß man mit einer Dosis von 0,6 ml Nährsalz auf einen Liter Gießwasser dosieren sollte. Man kann es vereinfachen und rund 0,5 ml auf einen Liter Gießwasser dosieren.
Um nun die Seramis Dosierflasche neu mit einer Lösung aus HaKaPhos zu befüllen, muß man dazu eine entsprechende Menge Nährsalz auf die 500 ml Flascheninhalt vermengen, daß man die 0,6 ml pro Liter Gießwasser erreicht, oder eben weniger. Der Dosierkopf spendet ca. 10 ml Düngerlösung, die dann auf einen Liter Wasser vermischt werden.
So müsste man 30 ml Nährsalz auf 500 ml destliertes Wasser gemischt werden. Damit erreicht man, daß man mit 10 ml Dosierung 0,6 ml Nährsalz im Liter Gießwasser bekommt.
Gibt man nun 25 ml Nährsalz auf die 500 ml destliertes Wasser und füllt es in die Dosierspenderflasche, so dosiert man 0,5 ml Nährsalz auf einen Liter Gießwasser.
Hilfreich ist es, einen Dosierkegel sich aus der Apotheke zu besorgen, womit man 0,5 bis 15 ml abmessen kann. Damit kann man nun gut das Nährsalz abmessen und dosieren.
Füllt man nun so einen Dosierkegel mit 15 ml und mischt es auf 500 ml destliertes Wasser, füllt es in die Dosierdüngerflasche von Seramis, dosiert man mit 10 ml Dosierkopf-Dosis etwa 0,3 ml Nährsalz auf einen Liter Gießwasser. Dies entspricht einer 10-fachen Verdünnung und damit einer ca. NPK Dosierung von 2:0,5:1 bei HaKaPhos grün, welches sich recht ideal im Vergleich zum teuren flüssigen Seramisdünger verhält, dessen N-Wert 2 nicht übersteigt.
Daher ist die meine Empfehlung:
 
15 ml HaKaPhos Nährsalz auf 500 ml destiliertes Wasser um die Seramis Düngerdosierflasche neu mit einer HaKaPhos Lösung zu befüllen und mit einer Dosierkopffüllung auf einen Liter Gießwasser eine für Seramis Granulat passende Gieß-Nährlösung herzustellen.
 
 

Alle meine Töpfe haben Ablaßschrauben und werden mit Meßbecher gegossen, und ich glaube, daß ist das Erfolggeheimnis. Keine meiner Citruspflanzen leidet in Seramis und auch die Orchideen wachsen wie Unkraut darin. Vielleicht ein Tipp für den einen oder anderen, doch dieses System mit meinen Maßregeln einzusetzen, und Erfolge damit zu haben.

Bei den Citruspflanzen sind die Probleme mit Wurzelfäule gegen Null gegangen, ja ich konnte sorgar Pflanzen mit einem Wurzelschaden wirkungsvoll in Seramis kurieren. Die hohe Durchlüftung dämmt zudem pilzliche Wurzelinfektionen vor, der Topf erwärmt sich rasch und die Durchwurzelung bei Citrus ist sehr gut. Die gefürchtete Phytophthora Stammgundfäule tritt nicht so leicht auf, weil die Substratoberfläche rasch abtrocknen und keine freie Feuchte die Stammrinde aufweichen kann, so das Pilzsporen eindringen könnten. Das Substrat hat sich zu Pflege von Citruspflanzen in Innenrämen sehr gut bewärt!

 

Neu ist vielleicht das Pflanzsystem für Orchideen.

Das Seramis Orchideen
Pflanzsystem
Das Seramis Orchideensubstrat in
Nahaufnahme

Dabei handelt es sich um herkömmliches Rindenpflanzsubstrat für Orchideen in Topfkultur. Diesem wird ein großkörniges Seramissubstrat zugesetzt. Es hat die gleiche Färbung wie das normale Seramis Kultursubstrat und auch den gleichen Aufbau. Aber es hat eine strukturierte Oberfläche, woran sich die Wurzeln vieler Orchideen sehr gut anheften können, es speichert wie das normale Seramis viel Feuchtigkeit - die dann kontinuierlich für eine feuchte Umgebung im Wurzelberich sorgt, ohne das die Wurzeln nass sind, oder freies Wasser im Topf vorhanden ist. Dies beugt Wurzelfäule vor und sorgt für ein naturnahes Wurzelwachstumsklima - sofern der Topf warm genug steht.
Ich habe das Substrat auch benutzt, um Citrus in herkömmlicher Kübelkultur ein optimales Substratgemisch zu verschaffen. Es ist eine kostspielige Alternative zu den Einzelkomponenten, die ich auf meiner Citrus-Seite zum Umtopfen der Pflanzen zur Mischung der Kultursubstrate angeführt habe. Falls man also die Einzelbestandteile nicht bekommen kann, bietet sich für kleinere Töpfe dann die Verwednung des Orchideensubstrats von Seramis ab.
Für Orchideen bietet das Substrat sicherlich tolle Kulturbedingungen - allerdings sollten dies Orchideenfachleute untersuchen und bestätigen.

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