Dampfmaschinen / Dampfeisenbahn

Angefangen hat das mal als Homepage der Historischen Eisenbahn Frankfurt e.V.
Jetzt ist es eine rein private Seite...

stationäre Großdampfmaschine im Museum GroßAuheim

Nunja, die Überschrift mag zum Link nicht passen, aber die Geschichte fand nun einmal so seinen Anfang. Schon von Kind auf war ich irgendwie der Dampflokomotive verbunden, laut Erzählungen meiner Eltern habe ich die letzten Dampfloks im BW Aschaffenburg, wo mein Taufpate in der Nähe, wohnte stundenlang beobachtet.

In meinen Jugendjahren dann war die Chiemseebahn, oder das ´Bockerl´ wie die Einheimischen die grüne Schmalsspurtramlokomotive nannten, daß was mich an einem Urlaub in Bayern anzog. Vom Wagen aus schaute ich während der Fahrt dem Führer zu, wie er die Maschine bediente, so daß ich alsbald Signale, Wegstrecke und seine Handlungen wie ein Double beherrschte und nachspielte.

Als ich größer wurde, begann mich die Technik der Dampfmaschine mehr zu interessieren, und die Dampflok wurde zu was sie bis heute ist: Eine auf Schienen selbst fahrende Dampfmaschine. Klar, es gibt Unterschiede, doch im Grunde ist es alles gleich.

Dampflok 01 118 der Historischen Eisenbahn Frankfurt

So begann ich mich für die großen stationären Dampfmaschinen zu interessieren, die eben ohne Auspuffschlag eher gemächlich fast lautlos ihren Dienst versahen. Die Kesselanlagen waren genauso interessant, wie das Gespräch mit dem Personal, so daß ich oft stundenlang den Erklärungen der Maschinisten lauschte.

Zum Glück unterstützten meine Eltern das Hobby, mit Besuchen in Museen und bei Eisenbahnfahrtagen, so daß ich voll und ganz auf meine Kosten kam.

Zweifach-Verbund-Schiffs-Dampfmaschine des Raddampfers Hohentwiel

So ruft noch heute jede stillgelegte Dampfmaschine, jede abgestellte Dampflok einen gewissen Herzschmerz in mir hervor, doch inzwischen weiß ich, daß Arbeitsaufwand und Kosten vielenteils keine andere Lösung zuließen.

Besonders bedauerlich finde ich aber, wenn große Unternehmen eine Dampflok im Museum haben, diese aber nicht fahrtüchtig ist, obwohl das Unternehmen in Eigenregie eine Aufarbeitung durchführen könnte, ja sogar auf eigenen Gleisen fahren könnte und dürfte. Für mich ist ein solcher Oldtimer ein absolut typisches Juwel und Aushängeschild und gehört nicht abgestellt, denn das Unternehmen hält somit scheinbar nichts von seiner Vergangenheit.

Andere Unternehmen legen Dampfmaschinen still, obwohl mit dem richtigen Marketing wohl eine solche Maschine im Betrieb ein Puplikumsmagnet ist und sogar auch hier die Vergangenheit lebendig werden läßt. Eine abgestellte Dampfmaschine ist ein Haufen toter Stahl, Mitarbeiter die Ihr Wissen nicht weitergeben, tragen dazu bei, daß ein Wiederbeleben fast unmöglich wird. Für mich zählt die Aussage "Es wollte keiner wissen!" nicht, denn dann hat man nicht weit genug gesucht.

Als in unserem Unternehmen die Dampfmaschine abgestellt wurde, wurde auch nicht nach einer Möglichkeit gesucht, Wissen und Technik betriebsfähig und lebendig zu erhalten. Kostengründe und Umweltschutz waren die einzige Erklärung, leider kein Grund nicht nach anderen Möglichkeiten zu suchen. Das Wissen welches noch vorhanden war, und vielleicht noch ist, geht heute in Ruhestand, ohne das es vielleicht im Rahmen eine Betriebsgruppe für die Nachwelt erhalten bleiben könnte und sei es nur für private Freizeitinteressen.

Es gibt immer eine Möglichkeit, man muß nur die Bereitschaft haben zu suchen und die Gelegenheiten aktiv zu ergreifen. Ich denke schon bald wird die Maschine in meinem Unternehmen nur noch ein Datenblatt und ein Schaustück sein, aber keiner wird sich erinnern können, wie Ventile eingestellt, Kolbenringe gewechselt oder die Maschine angefahren wurde. Das Wissen ist dann verloren, obwohl ich persönlich sicher bin, daß man das Wissen durch eine Betriebsgruppe Dampfmaschine in der Freizeit hätte erhalten können, auch die Möglichkeit, daß die Maschine vielleicht an bestimmten Tagen doch wieder mit eigener Kraft gelaufen wäre...
Heute ist die Maschine in ein Tochterunternehmen ausgegliedert worden und steht seitdem ebenso still wie vorher, und Besucher kommen nur an Tagen der offnen Türen zur Maschine. Schade. Der Zustand der Maschine, ja Anlage wird damit um kein Deut besser.

Ich für mich beschloss jedoch, aktiv etwas zu tun, und am Liebsten in einem Eisenbahnverein!

Fahrwerk der Dampflok 01 118 in der dunklen Halle mit Triebwerksbeleuchtung

Bei einem Besuch in verschiedenen Eisenbahnmuseen in den letzten fünf Jahren ließ ich mir immer wieder mal erzählen, was Mitglieder tun und wie man Mitglied werden könnte, ich erwog somit doch schon recht rasch eine Mitgliedschaft zu erreichen.

Leider fielen viele Vereine aus dem Raster, weil die Mitglieder nicht unbedingt so teamorientiert waren, wie ich es gern gehabt hätte, oder weil mir einfach die Perspektive fehlte. Oft hatte man das Gefühl, wenn man mitmachen wollte, man nehme einem anderen sein Spielzeug weg... solche Sandkastenspielereien waren mir jedoch total quer: Ich wollte etwas lernen, mitmachen und eben ´mitspielen´, von mir zu eigen machen, war nie ein Wort gesagt.

Führerstandaufnahme Dampflok 01 118 in Fahrt

Mein schönstes Erlebnis, welches mich zu einer Mitgliedschaft in einem Verein sozusagen endgültig bewegte, hatte ich, als ich das Angebot wahrnahm, für eine Zeitschrift einen Artikel über die Dampflokomotivfahrerei abzufassen. Beim Hessencourrier in Kassel erhielt ich die Möglichkeit aktiv einen Fahrtag zu erleben, und der damalige Lokführer und heutige Webmaster Gerhard Brümmer wurde nicht müde, mir alles zu erklären, wofür ich ihm heute noch dankbar bin. Der Zeitschriften-Artikel wurde aber trotz meines Bemühens dennoch nicht gedruckt, sondern verstaubt wahrscheinlich heute in einem Archiv einer großen Eisenbahnerzeitschrift, die ich hier nicht nennen möchte.

Kurzum ich wurde Mitglied im Verein der Historischen Eisenbahn Frankfurt e.V. weil man mir damals eine Perspektive versprechen konnte und vor allem der Verein immer noch in der Nähe lag.

Gegen Ende 1999 feierte die Historischen Eisenbahn Frankfurt e.V. mit meiner Hilfe und meinem Homepageplatz den ersten Internetauftritt, mit mir als Webschlosser. Ermutigt dazu hatte mich Jürgen Utecht, der meiner Meinung nach eine der interessantesten Homepages zum Thema Eisenbahn im Web hält. Zugunsten eines professionellen Angebots wurde doch dann mein Homepagespeicher nicht mehr benötigt und ich habe die Seiten entfernt, bis auf die Seiten der 01 118 und der 52 4867, weil mir die beiden Maschinen doch ans Herz gewachsen waren.

Es war nach eingier Zeit so, daß ich aus persönlichen Gründen noch weitere Alternativen gesucht habe.
Daher bin ich dann als Mitarbeiter im Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein gelandet.

Als Heizer im Einsatz

So habe ich durch die Museumsbahn Darmstadt meine ersten richtigen Ausbildungsfahrten als Heizer-Azubi mitgemacht. Dabei bin ich mit vielen Interessanten Leuten zusammen gestoßen, wie mit Günter P. von der DBK Historische Bahn e.V. Ex-Kochertalbahn, wo mir einfach eine Menge Wissen und zum Teil recht ungewöhnliche Techniken vermittelt wurden.
Gerade Heizer P. habe ich viel zu verdanken, weil er Wissen gerade rückte und anstelle einen alles erarbeiten ließ auch mal demonstrierte und vormachte, wodurch man mittels kopieren eine Technik erlernen kann, die man dann einem eigenen Stil anpaßt. Zu Günters Besonderheit zählte es, die Mitte der Rostfläche nicht mit Kohlen zu bedecken, sondern offen zu lassen und nur bei Bedarf mit einer dünnen Kohleschicht zu bedecken. Aber selbst einen Planzug von Miltenberg nach Amorbach beförderte er ohne die Rostfläche in der Mitte zu beschicken. Sein grßes Ringfeuer lieferte genug Dampf um auch eine leichte Verspätung aufzuholen, und erst an der Rampe in Bad Mergenthal / Niederstetten in Richtung Crailsheim hat er die Mitte bedeckt. Er widersprach damit aktiv und demonstrativ einer allgemeinen Vorstellung und Verfahrensweise des Lokomitivheizens, mit Erfolg.
Solche Leute gefallen mir, wie auch Volker J., der mit seinem leicht ´sportlichen´ Fahrstil mir als Heizer-Azubi einige nette und imposane Fahrttage beschert hat, als auch den Vereinskameraden Stephan H., der mir die ersten richtigen Lehrstunden auf 23 042 verpasste, wo ich sang und klanglos unterging, weil ich das Feuer tot warf, anstelle mit Geduld und Ruhe zu Werke zu gehen. Doch Stephan half auch hier, griff ein und verhinderte so Dampfmangel wirkungsvoll.
Stellvertretend für alle anderen, die noch kommen werden und die ich hier nicht genannt habe, habe ich mal diese Drei angeführt, weil ich Ihnen viel verdanke und Sie mich wirklich gute Stücke voran gebracht haben. Insbesondere weil diese nichts gegen eine namentliche Nennung einzuwenden hatten.
So konnte ich mit Erfolg im Mai 2007 dann meine Heizerprüfung ablegen, was mich nun in die Lage versetzt, allein mit einem Lokführer eine Dampflok zu fahren.
Man muß aber sich eingestehen, daß mehr dazu gehöhrt, als eine Prüfung. Die Erfahrung macht den Heizer und daher hoffe ich, daß ich auch weiterhin viel von anderen, erfahrenen Leuten lernen kann und darf, um meinen eigenen Ansprüchen auch gerecht zu werden.
So hoffe ich, daß mir die alten Hasen soviel Wissen wie möglich vermitteln, denn wie oben erwähnt läßt sich nur so Wissen konservieren und lebendig erhalten.

So bin ich zwar heute in Vereinen aktiv, aber wenn sich die Möglichkeit bietet, dann sehe ich mir alles an, was mit Dampfmaschinen und Dampflokomotiven zu tun hat. Am allerliebsten ist es mir jedoch, wenn ich in Gesprächen oder in einer Art Unterricht mich mit Leuten über die Technik unterhalten kann und etwas dazu lernen kann, um meinem Ziel näher zu kommen.

 

Und nun noch Links:

Bestandteile dieser Homepage wurden geändert, da diese nicht der Wahrheit entsprachen, oder Dritte in Verruf gebracht hatten oder hätten.

Ich bitte daher in aller Form hier und öffentlich dafür um Entschuldigung!

Diese Bestandteile sind entfernt worden, andere Teile umgestellt worden, so daß nun keine Störung oder Schädigung mehr vorliegen sollte.

 

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Achja, zum Schlu&zzlig; noch etwas was mir persönlich am Herzen liegt: Ich finde es toll, daß es überall noch Dampfturbinen gibt, doch oft frage ich mich, warum immer und überall Hilfsantriebe über Motoren oder Dampfturbinen laufen, obwohl eine Kolbendampfmaschine vielleicht optimaler wäre. Mir ist einfach aufgefallen, daß eine Dampfturbine nur in einem bestimmten Drehzahlbereich optimal und effizient läuft, während eine Kolbendampfmaschine vielleicht keine großen Drehzahlen kann, dafür aber mit einer guten Steuerung einfach in einer weiten Drehzahlspanne sauber und sparsam läuft. Warum stellt man dann, sofern Dampf vorhanden, bestimmte Hilfsantriebe nicht auf gekapselte Dampfmaschinen, die man beruhigt als Mehrzylinder-Dampfmotor bezeichnen könnte, um? Ich finde die Dampfmaschine hätte es verdient, auch einmal Kugellager, Ölsumpfschmierung mit Ölpumpe und moderne Werkstoffe zu bekommen. Nur um dann zu zeigen, daß sie wahrscheinlich bei wechselnden Drehzahlen die Thermische Kraftmaschine schlechthin ist!!