Rundgang durch die Drax Mühle
Dieser virtuelle Rundgang führt durch die Getreidemühle in Rechtmehring bei Wasserburg am Inn.
Ich habe diese Mühle ausgeählt, nicht weil sie eine der wenigen, produzierenden Handwerksmühlen ist, die in der Regel, ebenso wie die alten Getreidemühlen der Dörfer und Höfe nahezu ausgestorben sind, sondern weil sie ein neues Wasserrad bekommen hat.
Was daran so besonders ist, ist der Umstand, daß die meisten Mühlen einst von Wasserrad-Antrieb auf Wasser-Turbinen umgerüstet wurden. Bei der Drax Mühle wurde dies in der Vergangenheit auch gemacht: Das alte Wasserrad wurde abgerissen und durch eine kleine Durchströmturbine ersetzt. Nachdem sich die Probleme mit der altersschwachen Turbine, der aufwendigen Rechenreinigung, vor allem im Herbst und auch der steigenden Störanfälligkeit mit der Turbine häuften, stand man vor der Entscheidung:
Neue Turbine, Wasserkraft vollständig aufgeben, oder Umrüsten auf ein neues Wasserrad.
In der Drax Mühle gab es hier kein Zögern, die Aufgabe der Wasserkraft kam nicht in Frage. Denn bei der Drax Mühle hab man sich der Ökologie verschrieben, weshalb auch nur regionale Bio-Getreide verarbeitet werden.
Aufgrund der geringen Wasserkraft war schnell klar, daß es keine neue Turbine sein wird. Der Aufwand mit Rechen, Problemen wegen der oft schwankenden Wassermenge sprachen eindeutig gegen eine neue Turbine. Der Entschluss zur Umrüstung auf ein Wasserrad war gefallen. Genau aus diesem Grunde rückte diese Mühle in mein Interesse.
Die Drax Mühle ist voll in Betrieb, biologisch erzeugtes Getreide aus der Region wird hier einst für regionale Abnehmer vermahlen, wobei Müllermeisterin M. Drax auch einige überregionale Abnehmer bedienen kann. Viele dieser Mühlen mßten den Betrieb einstellen, wie bei der Kumpfmühle in Prien am Chiemsee. Hier ließ sich die Leistung nicht steigern, die Mühle konnte mit den wachsenden Leistungsanforderungen nicht mithalten und stellte den Betrieb ein. Ursache war, daß diese Mühle nur über einen Quellbach verfügt, der als Wasserkraftquelle benutzt werden konnte. So lies sich an der Kumpfmühle die Wasserkraft nicht steigern und die Mühle stellte den Betrieb ein.
An der Drax Mühle ist zum Glück dies nicht passiert, auch wenn hier ähnliche Gegebenheiten vorherrschen. Auch hier speist ein Quellbach die Wasserkraftanlage, doch mit der Modernisierung der Mühle wurde die Mühle auf elektische Einzelantriebe, so gut es ging, aber vor allem auf elektrischen Hauptantrieb umgerüstet. Die Wasserkraftanlage blieb Erhalten und erzeugte nun Strom für die Mühle. Dabei blieb die Vermahlungstechnik vollständig erhalten und konnte sogar in Betrieb vorgefunden werden. Dabei wurde die Zentraltransmission zum Großteil stillgelegt und die Transmissionen durch elektrische Einzelantriebe ersetzt. Alle Maschinen sind trotz des oft deutlichen Alters tip-top gepflegt und sogar heute noch im Vollbetrieb.
Die Drax Mühle ist eine 20 Tonnen Mühle, sie ist also in der Lage an einem Tag eine Leistung von 20 Tonne Getreide zu verarbeiten. Dies liegt an der hochwertigen und recht umfangreichen Ausstattung der Mühle, aber auch dem nahtlosen Verschmelzen alter Maschinen mit neuen Maschinen in der Mühle.
So zeigt sich hier, das sich Mühlen im Laufe des Bestehens oft weiter entwickeln mußten und Erweiterungen erfuhren. Im Gegensatz zu anderen Mühlen, wie dies z.B. im Museum Neue Mühle in Erfurt oder in der Kumpfmühle- Prien gezeigt wird, wo man die nahezu ausschließlich alte Maschinen vorfindet, entdeckt man in der Drax Mühle auch modernere Maschinen, die alte Maschinen ersetzt haben.
Solche Umbauten findet man dann auch in der Mühle St. Johann bei Siegsdorf, wo auch moderne Mühlenmaschinen mit alten Maschinen gemeinsam den Betrieb ermöglichen.
Dort trieb die Turbine zunächst die Zentraltransmission an, später dann einen Generator und die Maschinen der Mühlen wurden auf elektrischen Einzelantrieb umgestellt. Der Vorteil liegt auf der Hand: Das unfallträchtige Hantieren mit den Treibriemen konnte entfallen, zudem konnten die Maschinen wesentlich einfacher zu- und abgeschaltet werden, als auch die aufwendigen Zentraltasmissionen, die selbst im Leerlauf Energie verbrauchten, so entfallen konnten.
Bei der Drax Mühle hingegen findet man daher auch die Einzelantriebslösung, wobei die Walzenstühle noch von der Zentraltransmission, dem sogenannten "liegenden Zeug" angetrieben werden. Aber auch andere Maschinen werden noch von Tramsmissionsriemen angetrieben, was einen kleinen Hauch alter Mühlenromatnik in dem Gebäude aufkommen lässt.
Leider kann solch eine hochwerte Mühleneinrichtung nicht mit der Wasserkraft des schwachen Mühlbaches erbracht werden. Hier können nur rund ein Zehntel des Gesamtenergiebedarfes der Mühle erzeugt werden, dennoch: Die Mühle setzt auf die Wasserkraft, auch wenn diese im Vergleich zum Gesamtbedarf an elektrischer Energie nicht mehr so wichtig erscheint. Die Zehn Prozentige Entlastung am Gesamtenegiebedarf ist für die Inhaberin jedenfalls Grund genug, die Natur um diesen Energiebedarf zu entlasten, vor allem wenn er direkt nachhaltig und sicher erbracht werden kann.
Viele Bäche und Flüsse durchziehen die Gegend um Wasserburg am Inn. Kein Wunder, daß sich genau hier viele Wassermühlen ansiedelten. Leider sind viele dieser Mühlen im Aufkommen der industriellen Großmühlen nach und nach still gelegt, ja sogar abgebrochen worden. Nur wenige haben dieses sogenannte "Mühlensterben" überlebt.
Eine dieser Überlebenden ist die Drax Mühle in Rechtmehring, nördlich von Wasserburg am Inn. Die Anlage liegt nicht an einem der größen Bäche oder Flüsse, sondernan einem kleinen Quellbach in einem Seitental. Die ergibige Quelle ergießt ihr Wasser in einen kleinen Quelltopf, und von dort fließt das Wasser in einem kleinen Mühlbach direkt zur Mühle.
Das neu installierte oberschlächtige Wasserrad der Drax Mühle. Im Vordergrund sieht man die Abluftröhre der Zentral-Aspiration der Mühle. |
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Der Generator ist mit einem Flender Planetengetriebe direkt an die Wasserradwelle gekoppelt. Der Antrieb des Generators ist so wartungsfrei im Ölbad gelagert und die Umsetzung der langsamen Drehzahl der Wasserrad-Welle auf die hohe Drehzahl des Generators wird so sehr verlustarm und effizient erledigt. |
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Der Hauptantrieb der Mühle. Es ist ein großer Elektromotor, der direkt in die liegende Hauptantriebswelle eingreift. |
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Die liegende Hauptantriebswelle, von der aus eins ganze Mühle mit Antriebsenergie versorgt wurde, nennt sich "liegendes Zeug". Denn diese Welle liegt paralell zum Boden. Sie ist noch heute Antriebsquelle für die Walzenstühle auf dem Mahlboden, die direkt durch die Treibriemen angetrieben werden. |
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Vor der Mühle im Hof liegt unter Klappen verborgen die Schüttgosse. Die mit Getreide beladenen Gespanne der Traktoren oder Lastkraftwagen stoppt hier, die Klappen werden geöffnet und die Ladung wird in die Schüttgosse entleert. |
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Von der Schüttgosse transportieren Elevatoren das angelieferte Getreide direkt in die Vorratszellen der Mühle. Speicherfüllrohre verteilen das Getreide vom Schneckenförderer in den Getreidespeicher. |
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Am Boden des Getreidespeichers führen nun Entnahmerohre zu einem Schneckenförderer. So können die Speicherzellen gezielt entleert werden und von jedem Speicherausgang geht ein solches Entleerungsrohr zum Schneckenförderer. |
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Damit nun Fremdkörper aus dem Getreide aussortiert werden können, gibt es in der Reinigung der Mühle einige Maschinen. Die bekannten werden nun vorgestellt, es ist dies zumeist zuerst der Aspirateur. Über Schüttelsiebe wandert das Getreide durch das Gerät, dabei passiert das Getreide mehrfach als feiner Schleier einen starken Luftstrom, der nun leichte Anteile im Getreide aussortiert. Über die Siebe werden die Körner nach Größe getrennt, wobei Steine, Lehmschrollen oder zu größe bzw. zu kleine Fremdkörper aussortiert werden. Das dabei auch zu kleine oder zu große Getreidekörner aussortiert werden, ist oft weniger das Problem, als das Fremdsaaten, ähnlich Gewicht und Größe des Getreidekorns das Gerät unbehelligt passieren. |
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Die nun vorgereinigten Körner gelangen nun in die Ausleser. Die Trieure, oder Rundkornausleser bestehen aus einer langen, schräg aufgehängten Trommel, die in Drehung versetzt wird. Der Innenmantel der Trommel ist mit Vertiefungen versehen. Ein Prinzipbild ist im Rundgang Dinkelmühle Graf zu finden und hilft, die Erklärung des Trieur besser zu verstehen. |
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Das nun vorgereinigte Gut fällt nun in die Schälmaschine. Diese besteht aus einer Trommel, derne Innenflächen rauh sind, ähnlich einem Schmiergelpapier. Ein im Inneren der Trommel rotierendes Paddelwerk wirf und reibt nun die Körner immer wieder gegen diesen rauen Innenmantel der Trommel. Zweck ist, daß die am Getreidekorn fest anhaftenden feinen Hüllschalen abgerieben werden. Denn nur der möglichst reine Mehlkörper des Getreidesaatkorns soll in die Vermahlung. |
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Letztendlich gelangt das Getreide nun in die großen Speicher vor den Vermahlungsmaschinen, die auf dem Mahlboden stehen. Diese Speicher sind meist zylindlische Gefäße mit einem trichterförmigen Auslassende. Diese kann man gut auf dem Rundgang durch die Maiermühle auf dem Rohrbodne erkennen. Bei der Drax Mühle gibt es diese Vorspeicher direkt über den Mahlstühlen nicht. Die Speicherung wird in anderen Zellen vorgenommen, die kleiner und den entsprechenden Durchläufen besser angepasst sind, zum Teil fallen die Produkte sogar direkt aus dme Sichter den Walzenstühlen zu. |
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Der sogenannte 1. Schrot bezeichnet das allererste Vermahlen der Getreidekörner. Auf einem Walzenstruhl mit sehr groben Speisewalzen wird das Produkt in einem breiten Schleier aufgegeben und zwischen die geriffelten Mahlwalzen geführt. Dabei sorgen die scharfen Kanten der Riffelung dafür, daß die Körner hier mit wenig Reibarbeit eher an den scharfen Kanten gebrochen werden, anstelle an den eher flachen Flanken zerrieben. So entsteht ein grober Bruch des Korns, der Schrot genannt wird. Schon hier lösen sich feine Anteile aus dem Mehlkörper, der nur wenig mit Restanteilen der Schalen verunreinigt ist, das erste und reinste Mehl wird also in ganz geringer Menge in diesem ersten Schritt gewonnen und vom Sichter vom Produktstrom abgetrennt. |
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Damit nun die entsprechenden Güter der Vermahlungsmaschinen getrennt werden, besitzen Mühlen einen Sichter. Früher war dies eine Röhre aus Leinen, durch die das vermahlene Gut hindurch geschüttelt wurde. Später waren es dann Rahmen, die mit Siebgaze bespannt waren. Danach kamen die Sechskant und Zentrifugalsichter auf. Diese einfache Technik findet man noch heute in den Bauernmühlen des Schwarzwaldes. Erst später kamen die Stapelsichter auf, die aus über einander gestapelten Siebrahmen bestehen, wie auch der Merz Flachsichter der Getreidemühle Schimborn. In den anderen Mühlen findet man dann nahezu ausschließlich den Plansichter. Im Bild sieht man den Plansichter der Drax Mühle im Betrieb, gut erkennt man hier das die beiden Schrankteile, die von den Trägern gehalten werden, in Bewegung sind und daher im Bild verwischt werden. Im Gegensatz zu den anderen Sichtern, wie der Kumpfmühle oder in der Maiermühle, wurde der Sichter wie in der Mühle St. Johann modernisiert. Anstelle großer Siebrahmen besteht der Sichter der Drax Mühle aus vielen kleinen Teileinheiten mit kleinen Siebrahmen besteht. So wurde die Leistung gesteigert und zudem dafür gesorgt, daß der Sichter weiterhin seinen Dienst tun kann. Auf dem Sichter sieht man gut die Zyklone und Schleusen, um die Transportluft vom Transportgut zu trennen. |
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Der Rohrboden der Drax Mühle. Gut erkennt man hier die vielen Rohre vom Sichterboden.Viele der Rohre kommen direkt vom Sichter, andere von den Reinigungsmaschinen oder den Filtern. In der Mitte sieht man nun den Vorspeicher, wo das Getreide aus dem Speicher zum 1. Schrot geführt wird. Viele Deckel sorgen dafür, daß hier kein Stau auftritt oder entstehen kann. Das Gewirr von Rohren ist unübersichtlich und undurchsichtig für den Laien, doch für den Müller ist jeder Rohr gleich einer Lebensader klar, welches Gut hier wohin fließt. Rohre fließen inenander, andere Rohre verzweigen auf Sammler und tieferliegende Absackstationen. Andere Rohre gehen zu den weiteren Stationen der Vermahlungsmaschinen, die in Stufen gestaffelt aufgestellt und aufgeteilt sind. So kommen Ströme zusammen, werden dann auf eine Vermahlungsmaschinen zu einer bestimmten Vermahlungsstufe geleitet. Andere Ströme fallen direkt durch auf die Elevatoren oder Pneumatischen Förderungseinheiten, die diese Stoffe denn überheben, damit diese in die Kleiesammler gelangen oder dem Mehlmischer zugeführt werden |
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Im Vordergrund die Absackbank. Hier werden bestimmte Stoffe in praktischen Kunststoffsäcken zwischen abgesackt, oder andere Stoffe, die vom Sichter ausgeschieden werden, in Säcke abgefüllt und dann auf dem Rohrboden zwischen gespeichert. Ggf. werden diese Stoffe später dem Prozess zurück zugeführt oder direkt dem Mischer zugeschlagen, um das entsprechende Endprodukt zu erhalten. |
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Die alten, stehenden Mischer der Drax Mühle. Gut sieht man die vorn angebrachten Klappen über diese man den Mischer manuell beschicken kann. So konnten dem Mischer in Säcken zwischen gelagerte Stoffe nach Bedarf in entsprechender Menge manuell durch den Müller wieder zugeführt werden, um so ein homogenes und entsprechendes Endprodukt im Mischer zu erhalten. |
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Der Blick in den alten, stehenden Mischer. Gut sieht man innen die Mischschnecke. Der Mischer wird als Kleiesammler benutzt, man erkennt wie links oben im Bild ein leichter Strom von Kleie in den Sichter fällt, in dem sich am Boden schon wieder eine Menge Kleie angesammelt hat. Diese wird dann über die alte Absackvorrichtung am Ausgang des Mischers entsprechend in Papiersäcke abgepackt. |
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Hier im Bild kann man gut den Ausgang des neueren stehenden Mischers erkennen, dessen trichterförmiges Ende gut im Bild zu erkennen ist. Hier wird ein Sack mit der Klemmvorrichtung befestigt und kann über eine Klappe befüllt werden. |
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Auch in der Drax Mühle gibt es einen Platz zur Abfüllung von Kleinmengen. Eine kleine Durchlaufwaage sichertdas korrekte Gewicht, eine moderne Digitalwaage sorgt für die nötige Kontrolle. Am Rand steht die Sacknähmaschine. |
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Die Durchlaufwaage der Drax Mühle ist aktuell geeicht und damit für den Betrieb zugelassen. |
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Ein Filterschrank auf dem Sichterboden. Diese Filter findet man in vielen alten Mühlen, sie saugen Luft durch Kanäle und nehmen so den feinen Staub mit. Meist werden damit die Walzenstühle aspiriert. So wird der Innenraum der Walzenstühle vom feinsten Mehlstaub frei gehalten, und dieser Staub gelangt nun in den im Schrank aufgehängten Schlauchfilter, der über ein Klopfwerk immer wieder abgeschlagen wird. |
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Wie in vielen anderen Mühlen auch, sorgen groß Schlauchfilter für staubarme bis staubfreie Luft. |
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Auf dem Mahlboden wird letztendlich auch das Endprodukt abgesackt. Andere Gebinde können über einen kleinen Aufzug von den anderen Böden auf den Mahlboden gebracht werden. Leider sind alte Mühlengebäude nicht für eine LKW Be- und Entladung ausgelegt, dazu sind zumeist die Rampen zu hoch angelegt. So müssen wie in der Mühle St. Johann neue Verladerampen angebaut werden. Dies ist auch in der Drax Mühle der Fall. |
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Der Mühlen-Laden der Drax Mühle ist mehr oder minder ein kleiner Bio-Laden. Schon aus Überzeugung der Inhaber der Drax Mühle werden hier nur entsprechende Produkte angeboten. So finden sich neben allen in der Mühle erzeugten Produkte - also Mehl vielen Typ Klassen, Flocken, Backschrote, Nudelgriese, Koch- und Backgrütze verschiedener Bio-Getreide Arten - auch viele andere Bio-Produkte regionaler Anbieter in Form von Tee, Kaffee, Gewürze, Milchprodukte bis hin zu erlesenen Kräuter Kosmetika hat der Laden eine reiche Auswahl und ist durchaus sehr gut besucht. |
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Erneut geht ein wunderbarer Rundgang zu Ende.
Ich bedanke mich herzlich beim Team der Drax Mühle, welche mir diese wunderbaren Eindrücke beschert haben. Zudem wurde damit dieser informative und wunderbare virtuelle Rundgang durch die Drax Mühle erst ermöglicht.
Solche kleinen und vor allem gepflegten Handwerksmühlen werden immer seltener und es tut gut, zu entdecken, daß diese mit der Bio-Kette und der damit absoluten Nachverfolgbarekit des Endproduktes alle Schritte aufrecht erhalten und damit eine Nische sich erschließen. Denn nicht immer ist die Vermahlung von Bio-Getreiden so klar und nachverfolgbar, wie dies mit Einsatz der kleinen Handwerksmühlen und Einbinden regionaler Erzeuger, regionaler Abnehmer und damit kurzer Transport und Vertriebswege erreichen läßt.
Die Drax Mühle ist ein leuchtendes Beispiel, wie auch dies an der Mühle St. Johann, verfolgt werden kann, daß durch Einbinden der Mühle in solche regionalen Versorgungsketten von Erzeuger bis Endabnehmer neue Möglichkeiten sich für die kleinen und mittleren Handwerksmühlen neue Wege ergeben können, zu überleben. So bleiben die Wege kurz und die Erzeuger, Zwischenverarbeitung und Endprodukterzeuger haben zudem auch Kenntnis voneinander und können so direkt auf alle Wege bis zum fertigen Endprodukt aufeinander Einfluß nehmen. Ernte und Getreidequalität werden vom Bauer oder Landwirt zusammen mit dem Müller besprochen, hingegen kann der Bäcker direkt bei der Mühle entsprechende Getreide, sogar gezielt von einem Erzeuger in gewünschter Qualität und Menge herstellen lassen. Die Kette ist vom Acker bis zum Verkauf des Endproduktes in sich geschlossen und wirklich auch bis zum Grund und Boden des Erzeugers zurück verfolgbar.
Dies ist etwas, was nur mit wenigen Bio-Produkten, die letztendlich ggf. zu einem anderen Endverbraucher-Endprodukt weiter verarbeitet werden, überhaupt so möglich ist.
Auch ist auffällig, daß erstmals eine Mühle wieder den Weg zum Wasserrad zurück gefunden hat, anstelle nur die Überlegung anzustellen. Hier wurde nicht nur der Gedanke gefaßt, sondern auch umgesetzt. In der Mühle St. Johann spricht der Inhaber offen von den Problemen der Turbinen mit Schwemmstoffen aufgrund der Probleme mit dem alten Rechen, in der Drax Mühle spricht man genau die gleichen Probleme an und führt dann diese Gründe, zusammen mit anderen GRünden an, anstelle einer neuen Turbine ein neues Wasserrad in Betrieb genommen zu haben. Nicht nur das seit dem das Rad störungsfrei und wie eine Turbine vollständig automatisch gesteuert in Betrieb ist, auch sind die Probleme mit der aufwendigeren Rechenreinigung, Leistungsprobleme oder aufwendige Reinigungen durch Schwemm und Schwebstoffe des Mühlbaches ein Problem der Vergangenheit.
Bei all meinen Mühlenbesuchen, egal ob im Odenwald, an der Lahn oder in Bayern wurde mir von vielen Mühlenbesitzern, die noch eine Wasserturbine im Betrieb haben, dies erklärt. Sicher, eine gute Rechenreinigungsanlage, oder eine für den Besitzer zum Ritus gewordene regelmäßige Rechenreinigung, kann diese Probleme bei Turbinen nahezu ausschließen. Dennoch, das Rad nahm an der Drax Mühle keinen Raum weg, denn der Raum war vorhanden, nur ungenutzt... Er wurde so wieder reaktiviert und der Raum wurde wieder genutzt... So stellte sich hier nicht die Raumfrage, als vielmehr die Frage, ob man den Aufwand der Reinigung und Wartung der Wasserkraft Anlage so weiter betreiben wollte, wie dies mit der kleinen Durchströmturbine als Erfahrung der Fall war. Die Entscheidung dies nicht weiter so haben zu wollen, sondern mit weniger Aufwand zu gleichen Leistungen zu kommen, führte zum neuen Wasserrad. Die neuen Erfahrungen rechtfertigen den Schritt von der Turbine zum Rad, was mir nun erstmals direkt und aus den Erfahrungen des Wechsels direkt bestätigt werden konnte. Vielleicht fehlt vielen Mühlenbesitzern, die den Raum hätten oder haben, und zudem mit den Mucken einer alten Turbine kämpfen, doch nur der Mut, den alten Raum wieder mit Leben zu füllen.
An der Drax Mühle hat man diesen Schritt gewagt und Erfolg gehabt... so ist nicht nur die regionale Bio-Produkt Entscheidung mit voller Verfolgbarkeit, sondern auch die Wasserkraftanlagen Entscheidung etwas, wo man durchaus von Vorbildcharakter sprechen kann. Hoffentlich findet es viele Nachahmer...
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