Rundgang durch die Getreidemühle Kaltenberg

Der virtuelle Rundgang führt uns durch die Getreidemühle in Kaltenberg Königshofen bei Mömbris im oberen Spessart.
Um Verwirrung vorzubeugen, benutze ich hier zumeist den Ortsbegriff Königshofen. Die Mühle liegt aber selbst im Ortsteil Kaltenberg von Königshofen, so daß diese eigentlich Kaltenberger Mühle genannt wird, doch der Einfachheit halber schreibe ich Mühle Königshofen, dabei muss man nur wissen, daß es im Ort selbst auch noch eine Doppelmühle gibt, die unweit der hier beschriebenen Doppelmühle liegt.
Ich habe diese Mühle ausgeählt, weil sie eine der typischen kleineren Handwerksmühlen ist, die in der Regel, ebenso wie die alten Getreidemühlen der Bauernhöfe nahezu ausgestorben ist.
Die ehemalige Untere Königsberger-Mühle hingegen blieb erhalten, ist aber nicht mehr in Betrieb, Getreide aus der Region wurde hier für regionale Orte vermahlen. Diese Mühlen starben aus, weil Kunden zu den größeren Mühlen wechselten, die kleinen und mittleren Mühlen daher keine Kundschaft mehr fanden und so den Betrieb aufgeben mussten.
Auch die Mühle in Königshofen musste in den 80er Jahren endgültig den Betrieb einstellen. So ist diese Mühlen in der ursprünglichen Technk erhalten geblieben. Auch die Zentraltransmission und die Transmissionen unter der Bodendecke sind erhalten geblieben, es wurden sogar Maschinen die untypisch für das Kahlgrundtal sind, aus er ehem. Christmühle in Alzenau geborgen. Diese Maschinen bereichern den Maschinenpark und machen diese Mühle zu einem Kleinod im Kahlgrundtal, weil vom üblichen Bau abgewichen wurde.
Dies zeigt auch hier, daß sich auch solche Mühlen weiter entwickeln und nicht immer der Stand, wie er z.B. in Doppelmühle Strötzbach für das Kahlgrundtal gezeigt wird, erhalten bleiben muss.
Dieser Schritt ist auch bei anderen Mühlen in Bayern zu bestaunen, die bereits vor Jahrzehnten vom Wasserrad abgekommen sind. Da trieb die Turbine zunächst die Zentraltransmission an, später dann einen Generator und die Maschinen der Mühlen wurden auf elektrischen Einzelantrieb umgestellt. Der Vorteil liegt auf der Hand: Das unfallträchtige Hantieren mit den Treibriemen entfiel, zudem konnten die Maschinen wesentlich einfacher zu- und abgeschaltet werden, als auch die aufwendigen Zentraltasmissionen, die selbst im Leerlauf Energie verbrauchten, entfallen konnten.
Diesen Stand mit erhaltenen Zentraltransmissionen kann man im Museum Neue Mühle finden, aber auch in der Dinkelmühle Graf, die beide auch einen eigenen virtuellen Rundgang haben. In der Mühle hat man im Gegensatz zu den vielen Mühlen in Bayern das Wasserrad behalten und ist nicht auf eine Turbine gewechselt, doch der Schritt zum Einzelantrieb ist vollzogen worden. Auch das Wasserrad selbst ist eine der ältsten Bauformen, es handelt sich um ein Strauber-Rad der Fränkischen Bauform.
Es ist nicht immer sinnvoll, eine andere Technik, wie die Turbine vorbehaltlos einzusetzen, denn letztendlich weiß man heute, daß Wasserräder nicht immer die schlechtere Alternative der Wasserkraftmaschine darstellen.

 

Getreidemühle in Könighofen
Die Getreidemühle in Kaltenberg, eine wunderschöne Anlage in der Nähe von Mömbris bei Aschaffenburg,
heute ein Museum mit einem einzigartigen Park an Maschinen.

Einst säumten viele Mühlen die Kahl von der Quelle bis zur Mündung, die durch kleinere Zuströme recht wasserreich war.
Wie bei der Beschreibung des inoffiziellen Mühlenradwanderwegs gut zu erkennen ist, wo sich die Mühlen wie an der Perlenschnurr entlang der Kahl aufreihen.
So wurde bei diesen Mühlen zwar gedroschenes Gut angeliefert, aber meist war es nicht von Fremdsaaten, Steinen und anderen Fremdeinschlüssen gereinigt, was nun in der Mühle gemacht werden musste.
Im Kahlgrund gab es zudem die Sitte, daß der der Müller as Getreide bei den Landwirten abholen musste und es auch nach dem Vermahlen an die Bäckereien auslieferte. Eigentlich war es so, daß die Bauern die Güter an der Mühle ablieferten und so verkauften. Der Müller hingegen erzeugte Futterschrot und Mehl, welches er ann an die Bauern und Bäckereien lieferte. Das aber das Getreide auch abgeholt wurde, ist ein völlig neuer Zug, den ich so bisher nicht kannte.
Bleibt noch festzustellen, daß in den Mühlen des Kahlgrunds mit recht einfacher Maschinerie gearbeitet wurde, wie die Mühle Schimborn zeigt. Eine große Reinigungsstrecke gab es nicht, sondern man arbeitete mit einfachsten Mitteln.
Die Mühle Kaltenberg ist deshalb nicht bei den einfachen Getreidemühlen zu finden, weil diese schlicht in den letzten Betriebsjahren erweitert wurde. Der Schritt, der daher in Strötzbach mit dem Einbau des Walzenstuhls im eigentlichen Antriebskeller begonnen wurde, in der Mühle Schimborn mit dem Umbau auf liegendes Zeug und dem Fehlen des Steingangs fortgeführt wurde, findet daher in der Mühle Kaltenberg Königshofen seinen Abschluss. Die Mühle ist daher eine typische kleine Handwerksmühle, welche im Kahlgrundtal so ihresgleichen sucht - denn die große Mühle in Alzenau wurde inzwischen auch abgebrochen. So konnten für die Mühle Königshofen wertvolle Maschinen beim Abbruch gerettet werden und so konnte die Mühle erweitert werden.
Auch im Getriebekeller finden sich Änderungen, die für die Mühlen des Kahlgrunds recht eigenen un untypisch sind. Beginnen wir daher den Rundgang mit dem Wasserkraftwerk.

D

Direkt auf der Brücke sieht man die Wasserkraftanlage der Doppelmühle Kaltenberg sehr gut. Zwei Fränkische Strauber-Räder treiben die Mühlen an.
Links das Rad am Bildrand treibet die Sägemühle an, das Rad rechts ist das Rad der Mahlmühle.
Die Räder sind in der Sägemühle erst im Sommer 2014 neu errichtet worden, sie bestehen aus Lärchenholz. Rund 800 Liter die Sekunde bei rund 2 Meter Gefälle können diese Räder verarbeiten; Sie erzeugen dann rund 15 PS, denn der Wirkungsgrad dieser Räder ist nicht besonders gut.
Große Spaltmaße im Gerinne sorgen für diese Verluste, zudem sind Räder mit geraden Schaufeln strömungsungüstiger als moderne Räder, wie das Zuppinger-Rad.
Doch diese Räder sind traditionell und typisch, gerade für das Kahlgrundtal, wo viele dieser Mühlen mit diesen Rädern in Betrieb waren. Zwar hatte man in der Vergangenheit mit runden Schaufeln versucht, der Mahlmühle mehr Leistung zu verschaffen und das Wasser besser zu nutzen, hat das neue Rad wieder die typische Bauform, die man so insbesondere im Kahlgrund findet.

Wasserrad der Getreidemühle Kaltenberg
Die Hochgangsäge der Doppelmühle

Eigentlich war die Mühle eine Ölmühle, doch wurde diese abgebrochen und durch eine recht eigenenwillige Konstruktion der Hochgangsäge umgebaut. Normalerweise liegen die Sägen parallel zum Wasser, diese liegt quer zum Strom, was wohl dem Gebäude und nachträglichen Umbau geschuldet ist. Es macht jedenfalls das Arbeiten mit großen Stämmen schwierig, wenn diese in Richtung Wasser geschnitten wurden.
Im Bild ist diese Problematik gut zu erkennen, denn der Transportwagen hat nach rechts kaum freien Raum, eine sehr unglückliche Konstruktion. Interessant ist der freiliegende Ratschenmechanismus zum Vorschub des Transportwagens in die Säge. Man kann im Bild gut den Hubarm und den Ratschenschubhebel erkennen.
Die Säge selbst wird aus dem Keller bewegt, wo ein Kurbeltrieb den noch hölzernen Sägerahmen auf und ab bewegt.

Hier sieht man nun die Hochgangsäge. Sie ist der Vorläufer der Gattersäge. Doch im Gegensatz zum Gatter, wo mehrere Sägeblätter nebeneinander eingespannt sind, ist in den Rahmen der Hochgangsäge nur ein Sägeblatt zentral eingespannt.
Der hölzerne Rahmen wird am ebenfalls hölzernen Gerüst durch Gleitschienen geführt.
Der Schnitt geht zwar hier schon besser als bei den alten Klopfsägen, doch kann immer nur ein Abschnitt pro Durchlauf getätigt werden, was diese Art der Sägemühle sehr ineffektiv machte.
Der Weg zur Gattersäge war daher logisch, leider jedoch braucht diese Form der Säge mehr Energie, die meist mit den alten Wasserrad nicht zu erbringen war.
Auf dem Bild gut zu erkennen ist die etwas unglückliche Einbaulage der Säge. Denn im Hintergrund kann man erkennen, wie der Sägewagen in Richtung Wasserrad sich bewegt, was den Schnitt von Langholzschlicht erschwert, da die Hölzer dann nicht mehr mit dem Transportwagen geführt werden können.
Trotzdem findet man diese Form der Sägemühle nicht mehr so häufig und wenn, dann zumeist in Freilichtmuseen.
So werden an Mühlentagen mit der Säge noch immer Stammabschnitte gesägt und die Säge tut es noch absolut tüchtig.
 
Doch genug der Säge - dafür gibt es ja die Beschreibung der Sägemühlen, wo man ähnliche Anlagen gut beschrieben findet - Hier geht es um Getreidemühlen, weshalb wir nun mit dieser weiter machen wollen!

der Sägerahmen
Das Strauber-Wasserrad

Das Strauber Wasserrad der Getreidemühle. Wie das Rad der Sägemühle besteht es aus Lärchenholz und wurde aus 8 Segmenten zusammen gesetzt. Die Schaufeln sind jede mit einem einzelnen Schaufelhaltern direkt in der Felge eingelassen, werden durch eine Gegenplatte mit zwei Holznägeln gehalten und durch eine Stütze zur nachfolgenden Schaufel nochmals verstärkt.
Die Radrosette aus Gusseisen ist zweigeteilt und wird mit Nut und Feder auf der Welle befestigt, was zeigt, daß man auch hier der Wartungsfreundlichkeit entgegen kam.
Das Rad dreht in einem Betonkropf, der das Wasser besser zwischen den Schaufeln hält, aber aufgrund großer Spaltmaße und ungekrümmter Schaufeln wird auch der Stoß des Wassers nur ungenügend abgefangen, was große Verluste nach sich zieht.
Diese Form der Räder konnten sich daher nur sehr, sehr selten an Mühlen halten - denn mit modernen Turbinen oder besseren Wasserrädern konnten hier immer ein paar PS / Kilowatt heraus geholt werden.
Trotzdem ist es hier entsprechend erwähnenwert, aß diese Mühle mit der alten Technik noch bis zum Betriebsende in den 80er Jahren weiter machen konnte - ja und nun, da die Mühle Denkmal und Museum werden soll - man sich auf die traditionelle Bauform zurück besonnen hat - und auch just ein solches Rad wieder errichtet hat.
Die Rosette hingegen scheint von einem moderneren Rad zu stammen, und wurde wahrscheinlich auch hier verwendet. Nicht weil es damit besser wurde, sondern weil es nötig war. Denn diese geteilten Rosetten finden sich meistens bei großen Stahlrädern, wo zwei dieser Rosetten das Grundgerüst des Rades tragen.
 

Die Mühle hat keine externe Getreideaufgabe, sondern über eine kleine Rampe an der Tür wurden die Säcke direkt vom Wagen abgeladen und in die Mühle geschafft.
Man betritt daher die Mühle auch sogleich im Herzstück, auf dem Mahlboden. ins Auge fallen dabei sofort die beiden Absackstutzen der Mehlmischer auf. Hier wurde also nicht nur das Getreide abgeladen, zwischen gelagert und aufgegeben, es wurde auch das Mehl hier abgesackt und gelagert.
Über die grüne Sackwaage wurden nicht nur die Getreidesäcke gewogen und notiert, sondern auch das Mehl abgesackt und einzeln gewogen.
Zwischen den Mehlmischern läuft der lange Riemen der Zentraltransmission, die dann die Zwischenwelle auf dem Rohrboden antreibt.
Hinter em rechten Absackstutzen kann man dann ein einzelnen Mahlstuhl erkennen - typisch für die Mühlen im Kahlgrund, wo anstelle mit mehreren Walzenstühlen im Prinzip der Rückschüttmühle das Gut in mehreren Durchläufen auf dem einen Stauhl verarbeitet wurde. Zudem reichte ie Kraft des Rades nicht aus, mehrere Stühle gleichzeitig anzutreiben.

Mahlboden
Mahlgang zum Schroten

Der Mahlgang der Mühle ist erhalten und Betriebsfähig. Auf diesem kann und wir mit der Kraft des Wassers immer noch geschrotet. Schroten ist as grobe Zerkleinern des Getreides und wurd insbesondere für Tierfuttermittel gemacht.
Der Gang ist daher nicht an die eigentliche Feinmühle angeschlossen, sondern steht f¨r sich in einer Ecke der Mühle.
Hier wurde Getreide direkt aufgeschüttet und dann über einen kleinen Elevator am rechten Bildrand zu einem eigenen Absackstutzen nach der Vermahlung geführt.
Deutliches Zeichen dafür, daß diese Einrichtung bis zum Schluss zum Erzeugen von Schrot benutzt wurde. Viele Mühlen konnten sich mit der Feinmüllerei nicht wirklich über Wasser halten, aber mit der Futterschroterei als Tierfutter konnten die Mühlen viele Kunden befriedigen, weshalb diese Lösungen bis zum Ende der Mühlen meistens in Betrieb waren.
Dank des neuen Wasserrades kann er Gang wieder betrieben werden und damit kann auch wieder Schrot hergestellt werden. Ist genügend Wasser da, kann feines Backschrot hergestellt werden, mit wenig Wasser in jedem Fall grobes Futterschrot, welches direkt abgenommen werden kann. Interessenten waren am Mühlentag genügend vorhanden.

Aus dem Trichter des Rumpfzeugs fällt das Getreide dem Rüttelschuh zu, der über einen Vierknack in Schwingungen versetzt wird. So wird das Getreide dem Auge des Steins zugeführt.
Der Stein aus französischem Süsswasserquarz liegt schwingen auf einer Balancierhaue, so aß sich der Stein immer in der waagrechten dreht, der Bodenstein auch aus Quarz ist waagrecht auf dem Boden des Mahlbodens ausgerichtet. Der Steinabstand bestimmt den Feinheitsgrad des Produktes, wozu im Keller ein Hubstock installiert ist. Über Holzfedern wird der Rüttelschuh gegen den Vierknack gezogen, eine andere Vorrichtung bestimmt die Schräglage des Rüttelschuhs, wodurch die Menge die ins Steinauge fließt sehr fein bestimmt werden kann.
Gerade für Futterschrot reicht aber ein reletiv großer Abstand der Steine, da hier das Gut nur grob gebrochen werden muss. Es eignet sich dann als Futter für Federvieh und auch zur Schweinemast.

Schroten mit dem Mahlgang
Das große Kammrad mit Getriebe

Im Keller liegt dann die große Welle des Wasserrades auf. Sie trägt ein typisches gusseisernes Kammrad, doch fehlt das passende Vorgelege. Auch dieses wurde ersetzt. Reste der Maueraussparung für entsprechende Zahnräder kann man noch erkennen. Doch dies wurde ausgebaut und durch ein modernes Schiffgetriebe ersetzt, welches einen höheren Wirkungsgrad hat, als das Vorgelege aus Zahnräder mit Holzzähnen. Von dort aus wird dann mit den Treibriemen aus Leder die Zentrale Antriebswelle, die aufgrund das nur ein Walzenstuhl anzutreiben ist, quer eingebaut ist. Dieses so genannte liegende Zeug ist in anderen Mühlen deutlich länger.
Deutlich ist zudem auf den hölzernen Zähnen des Kammrades, die Kämme genannt werden, die schwarze Schmierschicht erkennen. Es ist eine Mischung aus Wachs, Pararffin, etwas Öl und Graphit. In an anderen Mühlen wird jeden Morgen das Kammrad mit dem Fön erwärmt und dann Bienenwachs aufgetragen. Es zieht in das warme Holz ein, konserviert und schmiert es. Da hier jedoch nicht Holz auf Holz läuft, sondern die Holzkämme in ein gusseisernes Zahnrad eingriffen, muss man mit Mischungen arbeiten. Hier hat jeder Müller irgendwie seine eigene Mischung, die zudem selten verraten wird. Geschmiert wird zumeist von Hand mit einem Pinsel, einmal am Tag. Das reicht und hält die Kämme geschmeidig. Bricht aufgrund Überlast solch ein Kamm, oder auch mehrere, dann werden diese einfach getauscht. So wird das große Kammrad auf der Wasserradwelle nicht beschädigt oder muss zur Wartung von der Welle abgenommen werden.

Zum Verstellen der Steine ist die Senkrechte Welle, das Mühleisen, in einer beweglichen Lagerung aufgestellt. Im Lagerjoch befindet sich ein Spalt, wo der Aufwerfhebel eingelassen ist, auf dem die Lagerschale beweglich aufsitzt.
Auf dem Mahlboden neben dem Mahlstein ist dann ein Handrad, welches über eine Spindel nun den Hebel bewegt, wodurch die Welle im Lagerstock auf und- abgesenkt werden kann. Der Mühlstein wird oben in der Haue gelagert und auch gedreht. Dazu ist die Haue fest im Stein eingelassen, in der Mitte greift das Mühleisen kraftschlüssig ein. Bewegt man nun das Müleisen mit dem Ritzel, wird der Stein in Drehung versetzt. Hebt man das Mühleisen an, so hebt man den Stein vom unteren, fest gelagerten Mühl-stein, dem sogenannten Bodenstein, ab. Ebenso kann man durch die Spindel den Stein auch absenken, denn das Lager läßt sich auch nach unten senken, wodurch der Stein auf der Haue dem Bodenstein näher kommt, der Mahlspalt, wie der Abstand zwischen den Steinen genannt wird, wird damit kleiner.
Durch diese Verstellung kann das Gut nur grob gebrochen werden, es findet bei größerem Mahlspalt statt, welches Schroten genannt wird. Der Mahlspalt kann aber auch sehr klein gestellt werden, so daß mit sogenannter Flachmüllerei, das Gut auch Mehlfein zerrieben werden kann. Da bei gröberen Vermahlungen das Gut nach und nach feiner Vermahlen werden muss, nennt man dies auch Rückschüttmüllerei

Steinhubvorrichtung
Die Getreideaufgabe

Auf dem Mahlboden finden wir die zentrale Getreideaufnahme.
Da alle Güter in Säcken angeliefert wurden, gab es auch keine Notwendigkeit für eine Schüttgosse aussen, wo Kippladewagen die Mühle beschicken konnten. Wie in der Mühle Schimborn oder in der Doppelmühle Strötzbach findet sich daher hier eine kleine Schüttgosse auf dem unteren Boden, von wo das Getreide dann in den Zentralelevator gelangt. Elevatoren sind Becherwerke. Ein oben angetriebener endloser Lederriemen ist mit kleinen Blechschaufeln besetzt. Mit diesen Elevatoren werden in der Mühle die Güter aufwärts bewegt. Abwärts gleitet die Materialien über schräge Holzröhren, Schmiegen genannt. Seitliche Bewegungen werden dann mit Schnecken getätigt.
Die Schüttgosse selbst ist ein Holzkasten mit einem kleinen Holzgitter, der grobes Stroh und Lehmschrollen schon zurückhalten soll. Ungefähr ein Sack nimmt die Schüttgosse auf, so daß ein Sack aufgebeben werden kann, der dann in die Reinigung überführt wird, währen der Müller einen weiteren Sack bereit macht.
Im Gegensatz zur Mühle Schimborn gibt es keine Mieten zur Getreidelagerung, dafür auf dem Mahlboden große Raumecken im Eingangsbereich, wo die Güter in Säcken abgestellt werden können.

Eine Besonderheit der Mühle, der Aspirateur. Im Kahlgrund sind die meisten Mühlen, die Mühle Königshofen bildet dabei keine Ausnahme, mit einer eher rudimentären Reinigungsanalge ausgerüstet. Staub und leichte Teile wurden daher in der Schälmaschine mit abgeschieden und nicht gesondert. Doch beim Abriss der Großmühle Alzenau konnten die Besitzer einige Maschinen bergen und diese in der eigenen Mühle einbauen. Dies hob die Qualität der Reinigungsanlage erheblich, und stellt den Unterschied zu den anderen Mühlen dar.
Im Bild sieht man daher einen Aspirateur. über Schüttelsiebe wurde das aufgegebene Getreide nach Größe sortiert, so daß große Steine, Lehmschrollen oder lange Strohreste ausgesondert wurden, aber auch Sand und Bruchgetreide ausgeschieden. Das Gut f6Auml;llt zudem durch einen kräftigen Luftstrom, der Staub, Spelzen, feine Strohreste und anderes Material abscheidet.
Der Aspirateur verbessert die Reinigung des Getreides deutlich, da Schälmaschine entlastet wird und ausschließlich ie Getreidehüllschichten abreiben muss, aber nicht mit dem Ackerstaub, Sand oder anderen Stoffen umgehen muss, die noch im Getreide verblieben waren.

Der Aspirateur
Der Trieur

Der Trieur, typisch für das Kahlgrundtal, mit dem Strohsieb ausgerüstet. Diese Erweiterung war notwendig, da eine Reinigung mittels Luftstoff und Schüttelsieben nicht vorhanden gewesne war. Hier mussten also die steifen Grannen und Strohreste mittels des Strohgitters abgeschieden werden. Dieser Anbau ist seit dem Einbau des Aspirateur unnötig, doch aufgrund der ursprünglichen Konfiguration war der Trieur so ausgerüstet, und blieb daher unverändert.
Der Trieur ist ein Rundkornausleser. Der Mantel der Röhre ist mit Vertiefungen versehen, die Rundkörner festhalten, die länglichen Getreidekörner hingegen bleiben am Boden der drehenden Röhre. So fallen die Rundkörner oben heraus und in eine in der Mitte liegende Rinne, wo eine Schnecke die Körner aus der Rinne abzieht.
Die Getreidekörner gleiten durch die drehende und schräge Rühre ebenfalls dem Ausgang zu, wo diese von Fremdkörner befreit nun zur nächsten Maschine der Reinigungsstrecke fallen.
Auffällig im Kahlgrund ist bei den Mühlen das z.B. das Strohsieb keinen Abgang hat, sondern frei auf den Boden sich entleerte. Diese Reste mussten dann von Hand aufgefegt und entsorgt werden, in moderneren Mühlen ist hier eine Röhre zu einem Sackstutzen angebracht, so daß Verunreinigungen von allein in Säcke gelangten und so entsprechend gesondert weggelagert werden konnten.

Auf dem Mahlboden steht die Schälmaschine. Sie ist in allen Mühlen des Kahlgrundes vorhanden. Eine Kombinationsmaschine mit unter der Schältrommel liegende Brüstenschnecke gibt es nicht. Auch hier ist nur die große Schältrommel vorhanden. Das Getreide fällt in diese Trommel, deren Mantel mit Schmiergel beschichtet ist. In der Trommel rotieren nun Paddel, welche die Getreidekörnergegen den rauen mantel reiben und damit die feinen Hüllschichten des Korns abreiben.
Ein auf der Schälmaschine sitzendes Gebläse nimmt den feinen Staub aus Hüllblätterschichten mit und drückt diesen in einen Schlauchfilter. Die Luft entweicht durch das Leinengewebe, die festen Stoffe bleiben zurück. Sie fallen von selbst oder durch manuelles Abschlagen nach unten, wo diese in eine Absackvorrichtung gelangen. Diese sogenannte Schälkleie wurde frührer gern dem Viehfutter beigemischt und war daher in der Tiermast ein wichtiges Ergänzungsfutter.
Auf dem Bild nicht gut sichtbar am am schrägen Zulaufrohr links auf der Maschine ist der Metallabscheider zu erkennen, den wir noch genauer beschreiben. Eigentlich müsste man Eisenabscheider schreiben, denn es handelt sich um einen gro&zlig;en Dauermagneten mit einer kleinen Kammer. Das Getreide im Zulauf zur Schälmaschine gleitet über den Magneten und Eisenteile werden dort festgehalten und können so durch eine Öffnung abgesammelt werden.

Die Schälmaschine
Speicher vor dem Walzenstuhl

Auf dem Rohrboden unter dem Sichter steht dann ein Miete, die als Vorspeicher zum Walzenstuhl dient. Zwar konnte dieser Speicher auch ugangen werden, was bei weiteren Durchläufen der Mahlgüter nötig war, doch nach der Reinigung wurde das Getreide hier gesammelt.
Vom Hauptelevator gelangte das gereinigte Getreide über eine kurze Schnecke direkt in diese Miete. An der Schnecke konnte so auch ein Wassergefäss zum Netzen des Getreides eingehängt werden. Das Netzen ist notwendig um gerade beim Weizen die nötige Feuchtigkeit einzustellen, damit das harte Korn ein wenig quellen kann und es dann sich besser vermahlen lässt.
In der Miete konnte es dann gelagert werden, so daß es quellen konnte, aber auch, daß man neben dem eigentlich Speicher vor dem Mahlstuhl eine weitere gereinigte Mahlgutfracht vorrätig hatte, die beim Mahlprozess rasch dann der Müghle zugeführt werden konnte. Über einen Schieber konnte die Miete geleert werden, eine Bodenklappe schloss diese zusätzlich verschlossen werden, so wurde ein Überfrachten der Mahlstrecke vermieden.

Der Blick auf den Filterboden zeigt links den nachträglich eingebauten Aspirateur, dahinter einen Elevator, der den Trieur beschickt. Vorn im Bild sieht man dann die runde Trommel des stehenden Mehlmischers. Über die Treppe konnten etwas kompliziert Zwischengüter in den Mehlmischer aufgegeben und zu einer homogenen Mehlmischung vermengt werden.
Da die Mühle zwei Mischer hatte, was der zweite Mischer direkt und Bodeneben vom Rohrboden aus beschickt werden, was mit Hilfe einer Sackkarre dann wesentlich einfacher war, als das Anheben der Säcke über die Stiege am Mischer im Bild.
Im Inneren des Mischers rotiert eine Mischschnecke, welche die Güter im Mischer vermengt. Die Schnecke zieht die Güter von unten und der Mitte nach oben, wo diese zur Aussenwand des Mischers strömen und langsam wieder zu Boden sanken. So wurde eine innige Vermischung erreicht. Denn in der Mühle fallen ja die Mahlgüter nicht alle in der eentsprechenden Menge und Qualität an, so daß der Müller gezwungen war, abgesackte Sichterprodukte nachträglich in den Mischer zu geben, um ein Produkt herzustellen, welches dem Kundenwusch entsprach. Denn dafür mussten bestimmte Vermahlungsprodukte unterschiedlicher Natur zum Endprodukt vermischt werden - dies ist heute auch noch so. Heute computergesteuert, früher war es das Handwerkliche Geschick des Müllers.

Der Filterboden
Der Magnetabscheider

Ein kleines, aber wichtiges Detail, der Magnetabscheider.
Oben bereits angesprochen, hier nun als Detailaufnahme, weil sich viele Leute diese Anlage gar nicht vorstellen können. Man sieht gut den in der schrägen Schmiege eingebauten Hufeisenmagnet, der über die volle Breite der Holzröhre reicht. Ein Weicheisenmetallstück ist in das Holz eingelassen, auf deisem sitzt eine dünne Eisenplatte. Das Gut der Reinigungsstrecke fließt hier der Bürstenmaschine zu, damit keine Eisenteile diese Maschine bestädigen oder schlimmer später den Walzenstuhl beschädigen oder sogar zerstören, müssen diese aus dem Strom des Gutes ausgelesen werden.
Der Fluss des Getreides fließt daher im breiten, flachen Strahl über die Eisenleiste, die vom Magneten magnetisiert wird. Das Magnetfeld füngt nun Eisenteile ab, die über die Eisenplatte im Rohr gleiten. Da diese magnetisch ist, bleiben diese dort haften. Oben auf der Röhre befindet sich eine Klappe, die der Müller öffnen kann, so daß er die Metallteile leicht von der Platte entfernen kann.
Solche Anlagen gab und gibt es in fast jeder moderneren Mühle und sind ein wundervolles kleines Dateil, was viele Besucher oft übersehen, doch es ist wichtig, damit Schäden für die Mühle vermieden werden.

Nun endlich, die Reinigung ist abgeschlossen, das Getreide fällt dem Herz der Mühle zu. Dies ist der Walzenstuhl. Die ältere Mahlmaschine, den Steinmahlgang, haben wir ja schon behandelt, doch in den Mühlen des Kahlgrunds wurde rasch der Mahlstein abgeschafft und durch einen Walzenstuhl ersetzt.
Über dem Walzenstuhl sitzt der Vorspeicher, dessen unteres Ende trichterförmig ausgebildet ist. Das Mahlgut fällt in den Kopf des Walzenstuhls, wo grob geriffelte Speisewalzen das Material aufnehmen und als breiten Schleier den eigentlichen Mahlwalzen zuführen.
Die Walzen sind mit feinen Riffeln versehen und drehen sich gegeneinnander. Dabei dreht eine Walze ein wenig schneller, so daß zwischen den Walzen das Gut nicht nur zerdrückt, sondern auch durch die unterschiedliche Drehzahl der Walzen dazwischen verrieben werden. Dies geschied auf einem extrem kleinen Raum, den man auch hier Mahlspalt nennt. Der Weg beim Mahlgang von der Mitte nach aussen ist sehr lang, so daß hier über einen längeren Zeitraum der Vermahlprozess auf die Güter einwirkt - das Gut erwärmt sich daher, eine Eigenschaft, die man als Müller nicht haben möchte, weil sich Geschmack und Eigenschaften des Gutes bei der Erwärmung verändern. Im Walzenstuhl erfolgt diese Passage des Gutes schneller, daß Gut wird relativ schnell zwischen den Walzen verarbeitet und daher nur wenig erwärmt.
Im Kahlgrund hatten die Mühlen schnell einen Walzenstuhl, aber eben nur einen. Wurde bei anderen Mühlen wie der Kumpfmühle in Prien im Chiemgau oder der Neuen Mühle in Erfurt/Thüringen durch Austellen von mehreren Walzenstühlen eine mehrstufige Vermahlung nacheinander vorgenommen, wurde im Kahlgrund das Gut nach Verstellen des Walzenstuhls nochmals durchlaufen lassen. Der typische Prozess der "Rückschüttmühle", das Gut wird rückgeschüttet und nochmals vermahlen, bis die gewünschte Vermahlung und Ausmahlung erreicht worden ist.

Der Walzenstuhl
Der kleine Plansichter

Vom Walzenstuhl geht es ganz nach oben unter den Dachfirst, auf einer extra Bühne direkt unter dem Giebel trohnt dann der kleine Plansichter.
Die Mühlen des Kahlgrunds hatten zumeist einen Merz Flachsichter, wie man diesen in der Kornmühle Schimborn oder in der Strötzbacher Mühle finden kann. Auch hier ist die Mühle Königshofen besser ausgestattet. Wohl gab es hier mal einen Flachsichter, doch auch diese wurde aufgegeben und durch einen hängenden Plansichter ersetzt. In den meisten Mühlen besteht er aus zwei Siebkästen im gemeinsamen Tragrahmen, in Königshofen ist es nur ein Siebstapel mit einem unteren Träger. Dieser Träger hängt an Stahlseilen, die an Balken im Giebel aufgehängt sind. In der großen Blechkiste unter den hölzernen Siebrahmen befinbdet sich der Antrieb, der den Siebstapel in kreisende Schwingungen versetzt. Darinnen befindet sich ein Excenter mit Gegengewichten, so daß der Siebrahmenstabel und das Gegengewicht ausgeglichen sind und daher eine runde, harmonische schwingende Bewegung ermöglicht wird. So werden die Güter der Vermahlung oben aufgegeben und dann kreisend über die Siebe geschüttelt, wodurch dann verschiedene Größen der Produkte abgezogen werden und dann entweder dem Prozess zurück geführt werden - oder zu einer Absackbank geführt werden, wo diese für später in Säcken zwischen gelagert werden.

Güter, die nicht sofort wieder dem Mahlprozess zugeführt wurden, wurden über die Absackbank in Säcken zwischengespeichert.
Dieser Prozess findet sich in allen Handwerksmühlen , weil unterschiedliche Zwischenspeicher nicht vorhanden waren, oder einfach zu aufwendig waren. Vom Sichter führten daher Rohre zu unterschiedlichen Stutzen, die mit Säcken gesetzt waren. Diese Wurden über den Stutzen geschoben und mit einem Riemen fixiert. Größere Mühlen hatten größere Sichter und damit eine längere Absackbank, im Kahlgrund hingegen ist dies eher selten und meistens hatte die Absackband nur drei oder vier Anschlüsse. Die hier abgesackten Güter nach dem Plansichter wurden entweder später wieder de Prozess der Vermahlung zugeführt, also zurück geschüttet, oder dann dem Mehlmischer zugegeben, un bestimmte Produkte nach Kundenwunsch zu erhalten.
Nicht immer sind solche Stutzen aber hochwertig, der Walzenstuhl wird über einen Luftfilter entstaubt, dieser Staub wird abgeschlagen und ebenfalls abgesackt. Dieser feine Mehlstaub wurde nur sehr selten wirklich wieder verwendet und daher meist ausgesondert. Auch die aus der Bürstenmaschine anfallenden feinen Kleistücke werden über Schlauchfilter abfiltriert und dann über solche Stutzen dann die Schälkleie in Säcke abgefüllt. In vielen Mühlen wird zudem der Schmutz aus dem Aspirateur ebenso aufgefangen und als sogenannter Schwarzstaub abgesackt.

Absackbank
Blick auf die Wasserräder

Ein toller Blick nochmals auf die Doppelwasserradanlage direkt vom Mühlengebäude aus. Solch einen Blick auf solch eine Radgasse hat man im Kahlgrund nicht mehr so oft und auch nur eine Anlage ist dieser ähnlich. Es ist die ehem. Hasenmühle in Alzenau. Auch hier steht die Mahlmühle rechts vom Strom, die Reste der Ölmühle dann links. So war dies auch in Königshofen, wo der Fachwerkbau einst die Ölmühle beherbergte, die dann aber von der Müllerfamilie Heeg mit einer Sägemühle - die wir eingangs erwähnt haben - versehen wurde, später wurde bei der Erweiterung der Sägemühle dann die Ölmühle abgebaut und so das Sägewerk erweitert.
Gut kann man die gemeinsame Radgasse erkennen, in der Mitte der Freischuss der Sägemühle, am linken Bildrand der Freischuss der Mahlmühle.
Gerade hier sieht man schön wie toll die noch neuen Räder der Doppelmühlenanlage aussehen. Leider dunkelt das Lärchenholz der Räder schnell ab, so daß die Räder dann dunkelbraun bis schwarzgrau werden.

Kleine Details zum Schluss:
Beim Mahlgang liegen die Werkzeuge, schön im Werkzeugkistchen an der Wand die Sachen, die man in der Mühle rasch für Reparaturen brauchte. Denn in so einem Uhrwerk, da musste immer was gemachtz werden, damit es rund lief.So liegen dort auch die Schärfwerkzeuge zum Nachschärfen des Mühlsteins bereit. Nachschärfen nannte man das Ausschlagen und Neuausformen der Rillen des Mühlsteins, weshalb diese Rillen "Schärfe" genannt werden. Links im Bild ist der Kraushammer zu sehen, der ein wenig an einen Fleischklopfer erinnert. Mit seiner Waffelspitzenstruktur ebenet er Flächen ein und hilft so, den Stein abzurichten, also wieder eben zu bekommen, zudem kann er eingesetzt werden, um eine Grundrauheit in den Stein zu bekommen. Rechts ist die Bille, Bicke oder Billhammer zu sehen. Seine Meiselartigen Schneiden werden benutzt, um die Rillen, Riefen und feinen Vertiefungen auszuarbeiten. Milimeter um Milimeter wird mit der Bille abgetragen und damit eine exakte und genaue Rillenstruktur hergestellt, die das Korn nicht nur reiben, sondern an den Kanten der Rillen auch Zerschneiden soll. Zudem sorgte eine gute Rillenform für ein korrektes Einlaufen und Vermahlen des Getreides zwischen den Steinen. Das Schärfen des Steins gehörte zu den regelmäßigen Aufgaben in einer Mühle mit Mahlgang.

Steinhämmer
Der Hauptelevatorfuss mit Rüttelfuss

Sehr interessant ist die Lösung um das Getreide der Mühle von der Aufgabegosse zuzuführen. Ein zusätzlicher Rüttelschuh dosiert das Getreide direkt in den Zentralelevator.
So wird ein Verstopfen des Elevatorfusses verhindert und das Getreide gelangt sicher und wohl dosiert in den Reinigungstrakt. Da es keinen Speicher gibt, von wo aus das Getreide nach der Aufgabe zunächst eingelagert wird, sondern direkt von der Gosse in die Reinigung zufließt war diese vorrichting sehr wichtig, um den Reinigungstrakt wohl dosiert zu beschicken, um auch diesen nicht schon an der Aufgabe mit zu großer Menge zu überfrachten.
Dabei ist unter der Gosse nochmals ein Trichter angebracht , an dem, wie beim Mahlgang auch, ein Rüttelschuh anmontiert ist. Dieser wird über ein kleines Klopfwerk in Schwingungen versetzt, so daß ein kontinuierlicher, aber wohgl dosierter Gutstrom in den Elevator erfolgt, der den Zentralen Elevator zur Reinigung nicht überfüllt und daher verstopft, aber auch die Menge zur Reinigungsstrasse der Mühle mit einer korrekten Menge beaufschlagt, damit die Maschinen auch korrekt und zur Zufriedenheit arbeiten.

Erneut endet nun ein kleiner Rundgang durch eine herrliche Mühle im wunderschönen Spessart, im Kahlgrundtal. Sie liegt ein wenig versteckt, aber gut erreichbar direkt in der Nähe des Haltepunktes der Kahlgrundbahn, kann aber gut mit dem Fahrrad auf dem inoffiziellen Mühlenradwanderweg Kahlgrundtal erreicht werden.
Die Mühle befindet sich auf dem besten Weg, ein schönes Museum zu werden, in dem Geschichte noch lebdig ist - allerdings sind noch große Mühen notwenig. Viele Maschinen haben durch die Jahre an Stillstand gelitten und müssen überholt werden, andere Maschinen haben einen kleinen Defekt, der in Stand gesetzt werden muss. Metallteile haben Rost angesetzt und müssen demontiert, entrostet und geschützt werden, auch die Lager und Wellen müssen geprüft und ggf. in Stand gesetzt werden. Wieder andere Teile benötigen einen Holzschutzanstrich, hier und da muss nachgeschmiert oder eine Lücke ausgebessert werden. Trotzdem, die ersten Schritte sind gemacht und vielleicht wird daraus ein lebendiges Museum, welches sich mit ein wenig Futterschroterei auf dem Mahlgang halten kann und an regelmäßigen Öffungszeiten dann Besuchern zeigt, wie einst im Kahlgrund Menschen mit dem für das tägliche Brot so wichtigen Grundstoffes Mehl beliefert wurden, bzw. wie es hergestellt wurde.
Mag sich diese Mühle von den anderen Mühlen des Kahlgrundtals technisch unterscheiden, sieht man doch nur, wie diese technischen Unterscheide im Laufe der Zeit in die Mühle gefunden haben, was anderen Mühlen erspart geblieben ist.
Die Mühle ist in jedem Fall einen Besuch wert, und mit einer kleinen Spende, können sicherlich Gruppen über die Familie Heeg Einlass und Führung bekommen.
Es ist geplant, regelmäßig an den deutschen Mühlentagen zu öffnen, ebenso zur traditionellen Sommer-Serenade des Musikvereins in Königshofen.

Nochmals der Link zum inoffiziellen Mühlenradwanderwegs des Kahlgrundtals, wo die Lage der Mühle beschrieben ist, aber auch die vielen anderen Mühlen des Kahlgrundtals.
 

Zurück zu Steffens Homepage

Zurück zur Mühlenseite

Zurück zur Seite über Getreidemühlen

Zurück zur Auswahl der moderneren Getreidemühlen, für weitere Rundgänge

Andere Rundgänge:
Vor zur Sägemühle
Vor zur Ölmühle
Vor zur Hammermühle